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Февраль 4th, 2010 Posted in Data base

«04.02.10) Der franz?¶sische Neoimpressionist Georges Seurat (1859–1891) gilt als Ikone der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts und als wichtigster Vertreter des von ihm entwickelten Pointillismus. Die Schirn widmet dem Erfinder der P??nktchentechnik unter dem Titel „Figur im Raum“ erstmals seit rund 30 Jahren eine gro??e ??berblicksausstellung in Deutschland. Mit rund 60 Gem?¤lden, ?–lstudien und Zeichnungen aus ?¶ffentlichen und privaten Sammlungen u. a. aus London, Paris, Z??rich, New York und San Francisco bietet die gro??artige Ausstellung in der Schirn Kunsthalle einen repr?¤sentativen ??berblick ??ber das au??ergew?¶hnliche Werk des jung verstorbenen Malers und Zeichners. Die exzellent geh?¤ngte Schau, die vom 4. Februar bis zum 9. Mai 2010 zu bewundern ist, haben Christoph Becker, Julia Burckhardt-Bild vom Kunsthaus Z??rich, wo die Pr?¤sentation zuvor zu sehen war, und Katharina Dohm kuratiert.

«Le Cirque (Der Zirkus)», 1890/91, ?–l auf Leinwand, 185,5 x 152,5; Mus?©e d’Orsay, Paris. Legs de John Quinn, 1927; © bpk/RMN/Patrice Schmidt ***Kein Bildthema wie „Figur im Raum“ vermag ?¤hnlich viel ??ber Seurats Kunst zu erz?¤hlen. Sowohl die malerischen als auch das zeichnerischen Arbeiten des K??nstlers k??nden von seinem gro??en Interesse an diesem Sujet, dem er sich w?¤hrend seiner gesamten Schaffenszeit widmete. Der K??nstler orientierte sich zun?¤chst an Gruppierungen wie der ?‰cole de Barbizon, an Epochen wie der Renaissance oder an K??nstlerkollegen wie Puvis de Chavannes, setzte die Sujets jedoch in einer neuen Maltechnik und in innovativen Kompositionen um. In der Auseinandersetzung mit den Bildvorstellungen der Impressionisten und den neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Physiologie und der Farbtheorie entwickelte Georges Seurat jene Malweise, die als Pointillismus in die Kunstgeschichte einging und sp?¤teren Kunstschaffenden zu einer wichtigen Inspirationsquelle wurde. Er selbst nannte den Stil „Divisionismus“ (vom Lateinischen: dividere – zerteilen).

Einer der wichtigsten Wegbereiter der Kunst der ModerneGeorges Seurat, 1859 in Paris geboren, z?¤hlt neben Paul C?©zanne (1839–1906), Vincent van Gogh (1853–1890) und Paul Gauguin (1848–1903) zu den wichtigsten Wegbereitern der Kunst der Moderne. Bis zu seinem fr??hen Tod an Diphtherie im Alter von 31 Jahren schuf er ein bedeutendes Oeuvre, das, so Schirn-Direktor Max Hollein, wegweisend war.

„La Tour Eiffel (Der Eiffelturm)“, ca. 1889; ?–l auf Holz, 24,1 x 15,2; © und courtesy Fine Arts Museums of San Francisco. Museum purchase, William H. Noble Bequest Fund***Bereits w?¤hrend seiner Schulzeit begann der aus einer wohlhabenden Familie stammende Seurat zu zeichnen und sich mit kunsttheoretischen Schriften auseinanderzusetzen. Im Alter von achtzehn Jahren trat Seurat, nachdem er bereits zwei Jahre Zeichenunterricht genommen hatte, 1878 in die Pariser ?‰cole des Beaux Arts ein und wurde von Henri Lehmann, einem Sch??ler Jean-Auguste-Dominique Ingres’, unterrichtet. Hier setzte er zun?¤chst eine klassisch gepr?¤gte Ausbildung fort, bei der er vor allem Raffael, Michelangelo, Tizian, Holbein, Poussin und Ingres studierte. Nach nur einem Jahr jedoch verlie?? Seurat – wohl auch unter dem Eindruck der vierten Impressionisten-Ausstellung von 1879 – die Pariser Akademie und wandte sich zunehmend von ihren Traditionen ab.

Inspiriert von den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelte Seurat um 1883 jene Malweise, die auf dem Simultankontrast benachbarter Farben beruht und unter dem Namen Pointillismus in die Kunstgeschichte einging. Dabei werden die Farben mit dem Pinsel in kleinen akribisch gesetzten und dicht gedr?¤ngten Punkten auf die Leinwand getupft. Der Gesamtfarbeindruck einer Fl?¤che oder eines Gem?¤ldes setzt sich erst im Auge des Betrachters und aus einer gewissen Entfernung als optische Mischung zusammen.

Etude compl??te pour «Une Baignade, Asni??res» (Finale Studie f??r «Badeplatz bei Asni??res»), 1883; ?–l auf Holz, 15,8 x 25,1 cm; The Art Institute of Chicago. Gift of the Adele R. Levy Fund, Inc.***„Un Dimanche ?  la Grande Jatte“ (Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte, 1884– 1886), ist ein Schl??sselwerk des Neoimpressionismus und Seurats bedeutendste Komposition, in der er die pointillistische Technik zum ersten Mal konsequent umsetzte. Das gro??formatige Gem?¤lde h?¤ngt jetzt im Chicagio Art Institute. In der Schirn sind in mehreren kleinformatigen Vorstudien zu sehen. Mit diesem im Rahmen der achten und letzten Impressionisten-Ausstellung von 1886 viel diskutierten Werk avancierte Seurat zum Anf??hrer der neuen Avantgarde um Paul Signac, Camille Pissarro und Maximilian Luce. Seurat und die Neoimpressionisten ??berwanden mit ihrer neuen Technik und Bildauffassung die impressionistische Maxime, laut der die Wirklichkeit als spontaner und individueller Sinneseindruck auf die Leinwand gebracht wird.

Das Bild wurde von den Neoimpressionisten nicht mehr als Niederschrift einer Momentaufnahme verstanden, sondern als wohldurchdachte Komposition mit einer eigenen Gesetzlichkeit. Die nerv?¶sen, kurzen, Bewegung suggerierenden und individuell gepr?¤gten Pinselstriche der Impressionisten wurden zu Punkten reduziert, die eine nahezu rasterartige Geschlossenheit und Gleichm?¤??igkeit zeigen. Mit dieser neuen Technik ging auch eine Systematisierung bzw. Tilgung der Handschrift einher.

Georges Seurat: Clown et trois personnages: Etude pour «La Parade de cirque» (Clown und drei Figuren: Studie f??r «Die Zirkusparade»), 1886/87, Crayon Cont?© auf Papier, 23,3 x 30,8 cm; © und courtesy Fine Arts Museums of San Francisco. Museum purchase, William H. Noble Bequest Fund***Sowohl das malerische als auch das zeichnerische Werk Seurats k??nden von seinem gro??en Interesse am Experiment mit diesem Sujet „Figur im Raum“. Bereits seine Akademiestudien und fr??he Zeichnungen wie „Gar?§on des dos“ (Junge in R??ckenansicht, um 1882) dokumentieren seine intensive Besch?¤ftigung mit der menschlichen Gestalt, die f??r ihn untrennbar mit dem sie umgebenden Raum verbunden ist. In zahlreichen Vorstudien zu seinen Gem?¤lden setzt sich Seurat aus verschiedenen Perspektiven mit den Figuren auseinander, variiert sie und h?¤lt sie in unterschiedlichen Ausschnitten fest. Allm?¤hlich n?¤hert er sich so der Komposition seiner Gem?¤lde, in denen er die Figuren der Vorstudien zusammenf??hrt.

„Promenoir (Gehende Frau im Profil)“, um 1883, Feder und Tinte auf Papier, 29,8 x 22,4; Von der Heydt-Museum Wuppertal***Die Sujets seiner Figurenbilder sind vielf?¤ltig: Seurat hielt das urbane Treiben in Paris und das Leben in den Vororten fest und malte oder zeichnete die arbeitende Bev?¶lkerung. Kleinformatige Holztafeln zeigen Segler, Angler oder sonnt?¤gliche Ausflugsszenen. In seinen letzten gro??en Werken r??ckte er das Treiben von Artisten, Clowns und Musikern im Zirkus in den Mittelpunkt: „Le Cirque“ (Der Zirkus, 1890/91), eines seiner in der Schirn pr?¤sentierten gro??formatigen Hauptwerke, zeigt die virtuose Darbietung einer voltigierenden Artistin in der Manege. Die Figur muss bei Seurat jedoch nicht immer menschlicher Natur sein; auch B?¤ume, H??gel oder Schiffsmasten ??bernehmen in seinen Landschaften, Stadtansichten und Seest??cken gleichsam deren Funktion.

Georges Seurat, Fotografie; Fotograf und Aufnahmedatum Unbekannt***Gleichberechtigt neben Seurats Malerei steht sein zeichnerisches Werk. F??r seine Zeichnungen verwendete der K??nstler fast ausschlie??lich den Crayon Cont?©, einen weichen tiefschwarzen Kohlestift. Striche ??berziehen das stark gek?¶rnte Papier als dichtes Geflecht aus rhythmischen Schraffuren und ??berkreuzungen und lassen das Motiv als etwas Schwebend-Unbestimmtes hervortreten beziehungsweise verschwinden.

Die markanten Hell-Dunkel-Kontraste umspielen und akzentuieren die Figuren und verleihen ihnen eine unwirkliche Pr?¤senz. Seurats Zeichnungen sind sowohl eigenst?¤ndige Arbeiten als auch vorbereitende Studien. Vor allem die sp?¤teren Bl?¤tter dienten dem K??nstler – wie die Vielzahl seiner ?–lskizzen, die im Gegensatz zu den ausgef??hrten Werken oft einen fl??chtigen impressionistischen Pinselstrich aufweisen – zur Findung und Perfektionierung seiner Bildkompositionen.

F??r die Entwicklung der Moderne erwies sich Seurats Pointillismus als ?¤u??erst folgenreich. K??nstler wie die italienischen Futuristen haben mit Begeisterung an Seurat angekn??pft und dessen wissenschaftlich getriebene Dynamik ins 20. Jahrhundert ??berf??hrt. Vertreter des Bauhauses schw?¤rmten von seinen ungew?¶hnlichen Bildkompositionen und den Geometrisierungen der Figuren wie der Landschaft. K??nstlerinnen wie Agnes Martin fanden in Seurats grafischem Werk Grundlagen f??r ihre Zeichenkunst.

Die sehenswerte Ausstellung, die CALYON Deutschland – Cr?©dit Agricole Corporate and Investment Bank sponsert, wurde organisiert vom Kunsthaus Z??rich in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

Der Katalog: „Georges Seurat. Figur im Raum“, mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Christoph Becker, Gottfried Boehm, Julia Burckhardt Bild, Michelle Foa und Wilhelm Genazino. Deutsche und englische Ausgabe, je 152 Seiten, 113 Abbildungen, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2009, (ISBN: 978-3-7757-2438-8 (deutsche Ausgabe) und ISBN: 978-3-7757-2439-5 (englische Ausgabe),kostet im Museum jeweils 29,80 Euro.Das informative Begleitheft f??r Sch??ler (44 Seiten) kostet 7,50 Euro, im Klassensatz 1 Euro pro Heft.

Das H?¶rbuch: Georges Seurat, Text von Linda Sch?¤dler. Deutsche und englische Ausgabe, gebunden, mit Audio-CD, je 44 Seiten, 30 farbige Abbildungen, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2009, ISBN: 978-3-7757-2442-5 (deutsche Ausgabe), ISBN: 978-3-7757-2535-4 (englische Ausgabe), Preis jeweils 16,80 Euro.

Schirn Kunsthalle Frankfurt, R?¶merberg, D-60311 Frankfurt; Tel: (069)2998820; Fax: (069)299882240; eMail: welcome@schirn.de?–ffnungszeiten: Di, Fr bis So von 10 bis 19 Uhr, Mi und Do von 10 bis 22 UhrDer Eintritt betr?¤gt 8 Euro, erm?¤??igt 6 Euro; Familienticket 16 Euro; Kombiticket mit der Ausstellung „Uwe Lausen. Ende sch?¶n alles sch?¶n“ 13 Euro, erm?¤??igt 9 Euro; Kombiticket mit der Ausstellung „Eberhard Havekost. Retina“ 9 Euro, erm?¤??igt 7 Euro; „Kombiticket mit den Ausstellungen „Uwe Lausen. Ende sch?¶n alles sch?¶n“ und „Eberhard Havekost. Retina“ 14 Euro, erm?¤??igt 10 Euro. Der Eintritt f??r Kinder unter 8 Jahren ist frei; Kooperation: Inhaber der BahnCard erhalten bei Vorlage der BahnCard und des Fahrscheins nach Frankfurt am Anreisetag den verg??nstigten Eintrittspreis von 6 Euro statt 8 Euro.?–ffentliche F??hrungen: Di 17 Uhr, Mi 11 Uhr, Do 19 Uhr, Sa 15 Uhr, So 15 Uhr.

Infos ??ber das reichhaltige Begleitprogramm sowie den Webfilm unter: www.schirn.de (hbh)

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